Die Mehrheit der Leute vermeidet es, über den Tod nachzudenken. Es wird ihnen selten wirklich klar, dass sie diesem absoluten Ende eines Tages begegnen werden. Sie haben die abergläubische Vorstellung, dass wenn sie den Gedanken an den Tod vermeiden, dies sie gegen ihn immun machen wird. In täglichen Gesprächen werden jene, die den Tod zur Sprache bringen, kurzerhand unterbrochen. Jemand, der anfängt, vom Tod zu sprechen, bringt - absichtlich oder unabsichtlich - den Gedanken an Gott in die Köpfe der Menschen und hebt, wenn auch nur in einem winzigen Maße, den dicken Schleier der Achtlosigkeit, der die Augen der Menschen bedeckt. Die meisten Leute, die Sorglosigkeit zu einem Lebensstil machen, fühlen sich beunruhigt, wenn sie an solche "störenden" Tatsachen erinnert werden. Je mehr sie versuchen, den Gedanken an den Tod loszuwerden, desto mehr werden sie schließlich vom Moment des Todes überwältigt sein. Ihre leichtsinnige Einstellung bestimmt die Intensität des Schreckens und der Verwirrung, die sie im Moment des Todes, am Tag des Jüngsten Gerichts und während der ewigen Qual in der Hölle erfahren werden.
Die Zeit läuft gegen den Menschen. Haben Sie je von einem Mann gehört, der sich erfolgreich dem Altern und dem Tod widersetzt hat? Oder kennen Sie irgendjemanden, der nicht sterben wird? So etwas ist völlig unmöglich! Es ist deshalb unmöglich, weil der Mensch keinerlei Einfluss auf seinen Körper oder sein eigenes Leben hat. Die Tatsache, dass er seine eigene Geburt nicht selbst bestimmte, macht dies offensichtlich. Ein weiteres Zeichen ist die Verzweiflung des Menschen im Angesicht des Todes. Der Besitzer des Lebens ist Der, der es dem Menschen gewährt. Und wann immer Er will, nimmt Er es zurück. Allah, der Besitzer des Lebens, informiert den Menschen über diese Tatsache im folgenden Vers, den Er Seinem Propheten offenbarte:
Trotz dieser Tatsache denkt die Mehrheit der Leute jedoch, der Tod sei lediglich der letzte Punkt einer logischen Reihenfolge von Ereignissen, während doch in Wahrheit seine eigentlichen Gründe nur Allah bekannt sind. Täglich erscheinen Geschichten von Verstorbenen in den Zeitungen. Dann hört man oft unwissende Bemerkungen wie: "Er hätte gerettet werden können, wenn notwendige Vorkehrungen getroffen worden wären", oder "Er wäre nicht gestorben, wenn dies und jenes passiert wäre". Nicht eine Minute länger oder weniger kann ein Mensch leben, als die Zeit, die für ihn bestimmt wurde. Leute jedoch, die von diesem aus Gottglauben resultierenden Bewusstsein entfernt sind, betrachten den Tod als Ergebnis einer Reihenfolge von Zufällen. Im Quran warnt Allah die Gläubigen vor dieser falschen Annahme, welche den Ungläubigen eigen ist:
Entgegen der allgemeinen Annahme ist die eigentliche Ursache des Todes weder ein Unfall, noch eine Krankheit noch sonst irgendetwas. Es ist Allah, Der all diese Ursachen schafft. Sobald die Zeit, die uns gewährt wurde, abgelaufen ist, endet unser Leben aus solchen offenbaren Gründen. Dabei kann keines der materiellen Mittel, die den Menschen vor dem Tod schützen sollen, ihm auch nur einen einzigen weiteren Atemzug des Lebens bringen. Allah betont dieses göttliche Gesetz in dem folgenden Vers:
Jabir ibn Abdullah erzählte: "Wenn Allahs Bote (Friede sei auf ihm) das Gebet begann, trug er vor: Allah ist der Größte; dann sagte er : Mein Gebet, meine Opfer, mein Leben und mein Tod sind für Allah, den Herrn der Welten." (Al-Tirmidhi, 262)
Das Schicksal ist Allahs perfekte Schöpfung aller vergangenen und bevorstehenden Ereignisse in Zeitlosigkeit. Allah ist Der, Der die Konzepte von Zeit und Raum aus dem Nichts erschafft, Der Zeit und Raum unter Seiner Kontrolle behält und Der ihnen nicht untergeordnet ist. Die Reihenfolge von Ereignissen, die in der Vergangenheit geschahen oder in der Zukunft geschehen werden, ist Moment für Moment von Allah geplant und vorherbestimmt.
Allah erschuf die Zeit, also ist Er ihr nicht untergeordnet. Dementsprechend wäre es unlogisch, dass Er den Ereignissen, die Er schuf, zusammen mit den von Ihm geschaffenen Wesen folgt. In diesem Zusammenhang erübrigt sich die Frage, ob Gott wartet, zu sehen, wie Ereignisse ein Ende nehmen. In Seiner Sicht ist sowohl der Anfang als auch das Ende eines Ereignisses bereits klar. Auch gibt es keinen Zweifel darüber, an welcher Stelle auf dem Band der Ewigkeit dieses Ereignis geschehen wird. Alles hat schon stattgefunden und ist beendet. Dies ist den Bildern auf einem Filmstreifen ähnlich; ebenso wie die Bilder auf einem Film keinen Einfluss auf den Film ausüben können und ihn verändern können, sind Menschen, die ihre individuellen Rollen im Leben spielen, nicht in der Lage, den Lauf der Ereignisse zu beeinflussen, welche auf dem "Schicksalsstreifen" stattfinden. Menschen haben keinerlei Einfluss auf ihr Schicksal. Im Gegenteil, das Schicksal ist der bestimmende Faktor im Leben der Menschen. Der Mensch, ein absoluter Bestandteil des Schicksals, ist von ihm nicht getrennt oder unabhängig. Der Mensch ist unfähig, sein Schicksal zu verändern, geschweige denn jenseits der Grenzen seines Schicksals zu gehen. Für ein besseres Verständnis können wir eine Parallele zwischen dem Menschen und einem Schauspieler in einem Film ziehen. Der Schauspieler kann nicht aus dem Film rutschen, eine physische Existenz erlangen und anfangen, Änderungen im Film durch Löschen oder Hinzufügen einiger Szenen zu machen. Dies wäre eine irrationale Vorstellung.
Infolgedessen sind Vorstellungen vom Besiegen seines Schicksals oder dem Umleiten des Laufes der Ereignisse reiner Irrtum. Jemand, der sagt: "Ich habe mein Schicksal besiegt" betrügt sich nur selbst - und die Tatsache, dass er dies tut, ist wiederum ein Teil seines Schicksals.
Ein Mensch mag tagelang im Koma liegen. Es erscheint unwahrscheinlich, dass er sich erholen wird. Doch wenn er aufwacht, bedeutet dies nicht, dass er "dem Tod von der Schippe sprang", oder die Ärzte "sein Schicksal änderten". Es ist lediglich ein Zeichen, dass seine Zeit noch nicht abgelaufen ist. Sein Erwachen ist nichts anderes als ein Bestandteil seines eigenen unausweichlichen Schicksals. Sein Schicksal ist wie das von allen anderen Menschen von Allah bestimmt:
Du hast Allah nach einer Lebensdauer gefragt, die bereits festgesetzt worden ist, und der Länge von Tagen, die schon feststeht und den Versorgungen, deren Verteilung schon bestimmt ist. Allah wird nichts vor seiner fälligen Zeit eintreffen lassen und Er wird nichts über seine fällige Zeit hinaus verschieben." (Buch 33, Nummer 6438, Sahih Muslim)
Solche Ereignisse sind Mittel, durch die Allah dem Menschen die endlose Intelligenz, Weisheit, Vielfalt und Vollendung in Seiner Schöpfung demonstriert und sie sind eine Art, wie Er den Menschen auf die Probe stellt. Die Vielfalt und Vollendung in der Schöpfung lässt den Menschen Ehrfurcht und Bewunderung verspüren und führt schließlich dazu, dass Menschen gläubig werden. In Ungläubigen dagegen rufen sie Gefühle hervor, die irgendwo zwischen Ungewissheit, Erstaunen und Aggression liegen; ihre ignorante Mentalität bringt sie dazu, eine rebellische Haltung gegenüber Allah anzunehmen. Gleichzeitig bringt das Bewusstsein über solch eine achtlose Einstellung von Ungläubigen gläubige Menschen dazu, Allah gegenüber eine große Dankbarkeit zu verspüren, dafür dass Er ihnen Glauben und Weisheit gewährt und sie somit den Ungläubigen überlegen gemacht hat.
Einer weit verbreiteten Ansicht zufolge ist der Tod einer Person, die in ihren 80er Jahren stirbt, "Schicksal", wohingegen der Tod eines Babys, eines Jugendlichen oder eines Mannes im mittleren Alter ein "tragisches Unglück" ist. Um fähig zu sein, den Tod als ein natürliches Phänomen anzunehmen, versuchen die Menschen, ihn den von ihnen festgelegten Kriterien anzupassen. So erscheint ihnen der Tod nach einer langen und schweren Krankheit als akzeptabel, während der Tod durch eine abrupte Erkrankung oder einen Unfall für sie verfrüht und katastrophal ist! Aus diesem Grund treten sie dem Tod oft in einer rebellischen Haltung gegenüber. Solch eine Haltung ist ein klares Zeichen für den Mangel an reinem Glauben an das Schicksal und letztlich an Gott. Jene, die solch eine Haltung beziehen, sind dazu verdammt, in diesem Leben in dauerndem Kummer und fortwährender Unruhe zu leben. Dies ist eine Vorstufe der ewigen Qual, die aus ihrem Unglauben resultiert.
In Fachkreisen erklärt man die Gründe, warum solche abergläubischen Ansichten - ohne jegliche Beweise als Grundlage - so viele Anhänger finden damit, dass die Menschen sich im Unterbewusstsein über den Tod große Sorgen machen. Da sie keinen Glauben an das Jenseits haben, fürchten sich die Leute davor, nach dem Tod auf Bedeutungslosigkeit reduziert zu werden. Menschen mit schwachem Glauben dagegen werden von dem Gedanken an die Hölle beunruhigt, weil sie sich bewusst sind, oder es wenigstens als eine Wahrscheinlichkeit betrachten, dass die Gerechtigkeit Allahs ihre Bestrafung mit sich bringt. Für beide aber klingt die Idee von der Wiedergeburt der Seele in anderen Körper in anderer Zeit sehr verlockend. Auf diese Weise schaffen es bestimmte Kreise, welche diesen falschen Glauben verbreiten, Menschen - mit Hilfe schön klingender Umschreibungen - an diesen Irrtum glauben zu machen. Die Tatsache, dass ihre Anhänger keinerlei Beweise fordern, ermutigt diese Opportunisten in ihren Anstrengungen noch zusätzlich.
Leider findet dieser entstellte Glaube auch Anhänger in muslimischen Kreisen. Dies sind meistens die Art von Muslimen, die versuchen sich ein intellektuelles und liberales Ansehen zu geben. Es gibt einen weiteren ernsten Punkt zu diesem Thema, der Erwähnung verdient; solche Leute bemühen sich, ihre Ansichten mit der Hilfe von Quranischen Versen zu unterlegen. Zu diesem Zwecke verfälschen sie die expliziten Bedeutungen der Verse und stellen ihre eigenen Quranischen Auslegungen auf. Unsere Absicht hier ist es, zu zeigen, dass dieser entstellte Glaube völlig im Widerspruch mit dem Islam und dem Quran steht, dessen Verse mit äußerster Präzision offenbart wurden.
Die besagten Kreise behaupten, dass es einige Verse im Quran gibt, welche ihre entstellten Ansichten bestätigen. Einer dieser Verse ist der folgende:
Wir wollen diesen Vers nun einmal ohne irgendwelche Vorurteile analysieren: aus dem Vers wird offensichtlich, dass der Mensch zwei Phasen von Leben und Sterben erfährt. In diesem Sinne steht eine dritte Phase des Lebens und Sterbens außer Frage. Wenn dies der Fall ist, kommt einem eine Frage in den Sinn: "Was war der anfängliche Zustand des Menschen? War er tot oder lebendig? Wir finden die Antwort auf diese Frage in dem folgenden Vers:
Trotzdem setzen Anhänger der Reinkarnation all ihre Hoffnungen in diese beiden Verse.
Wie offensichtlich ist, widerlegen diese Verse, die von den Anhängern der Reinkarnation als Beweise hervorgebracht werden, ihren verfälschten Glauben sogar vollkommen. Außerdem stellen zahlreiche andere Verse im Quran klar, dass es nur ein Leben gibt, in dem der Mensch auf die Probe gestellt wird, und dass dies das Leben in dieser Welt ist. Die Tatsache, dass es nach dem Tod keine Rückkehr zu diesem irdischen Leben gibt, macht der folgende Vers deutlich:
Die Tatsache, dass die Leute des Paradieses keinen Tod erfahren werden, außer dem "ersten" Tod, wird in dem folgenden Vers erwähnt:
In Anbetracht solcher präzisen und klaren Erklärungen, wie der Quran sie macht, wäre ein Bestehen auf dem Glauben, dass es mehrere Tode und Auferstehungen gibt und dass die Seele nach dem Tod in einen anderen Körper wandert eine offene Leugnung der Quranischen Verse.
Andererseits, wenn Allah ein System in diesem Leben geschaffen hätte, das auf Reinkarnation basiert, dann hätte Er den Menschen definitiv darüber im Quran informiert, welcher die einzige Leitung zum rechten Weg für die Menschheit ist. Wenn dies der Fall wäre, so hätte Gott im Quran sicherlich eine ausführliche Beschreibung aller Phasen der Wiedergeburt aufgestellt. Jedoch gibt es im Quran, welcher alle Informationen bezüglich des irdischen Lebens und des Lebens im jenseits bereitstellt, keine einzige Erwähnung der Reinkarnation, geschweige denn einen direkten Verweis auf ihre Richtigkeit.